Um in den vollen Genuss dieser Website zu kommen, sollten Sie Flash installiert und Javascript angeschaltet haben.

Von Ronda nach Arcos de la Frontera

Weisse Dörfer (pueblos blancos) finden sich vielerorts in Andalusien. Besonders zahlreich sind sie im Bergland von Ronda, in der Sierra de Grazalema und im Südosten der Provinz Cádiz.

Die «Route der Weissen Dörfer» führt die Reisenden durch klassisch andalusische Landschaften mit Orten, die meist aus maurischer Zeit stammen. Deutlich erkennbar ist dies am Aufbau der Dörfer und Städtchen: kleine, verschachtelte, weiss getünchte Häuser, die sich rund um eine Festung scharen, dazu mindestens ein Kirchturm, der anstelle des ehemaligen Minaretts steht. Eigentlich ist es allerdings gar nicht möglich, eine klar vorgegebene Route zu benennen. Die Strecke kann nämlich beliebig verlängert oder verkürzt und mit Abstechern nach links und rechts versehen werden, es gibt also keine fix ausgeschilderte Route.An dieser Stelle wählen wir als Beispiel eine Route, die durch eine ganz besonders schöne Landschaft und in attraktive Orte führt. Als Ausgangspunkt nehmen wir die Kleinstadt Ronda, auf 723 Metern im Hinterland der Costa del Sol in der Provinz Málaga gelegen, als Endziel Arcos de la Frontera, in der Provinz Cádiz, nur 20 Kilometer von Jerez de la Frontera entfernt.

«Puente Nuevo» und «Baños árabes»
Ronda, die Stadt von der Rainer Maria Rilke träumte, Heimat der berüchtigten Bandoleros (Strassenräuber, zu deren Bekämpfung 1844 die Guardia Cicil gegründet wurde) und Wiege des Stierkampfs zu Fuss, ist eine Stadt mit besonderen historischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten. Die «Real Maestranza» ist eine der ältesten Stierkampfarenen der Welt und Bühne des Auftritts berühmter Toreros wie Pedro Romero, El Niño de la Palma, Antonio Ordoñez etc. Die glorreichen Zeiten werden wieder lebendig, wenn Ronda alljährlich im September die «Fiestas de Pedro Romero» feiert. Wer sich Stierkampf nicht ansehen will, kann sich am grossen Umzug, Flamenco-Vorführungen und der Prämierung der Kutschen erfreuen und danach im Restaurante Pedro Romero die Spezialität «rabo de toro» (Ochsenschwanz) geniessen. Auch in die Literatur ist Ronda eingegangen. Prosper Mérimées «Carmen», Inbegriff der glutäugigen Verführerin und durch Bizets Oper unsterblich geworden, soll im Schmugglernest Ronda den Männern den Kopf verdreht haben.

Das Wahrzeichen von Ronda ist indessen der «Puente Nuevo», die neue Brücke, ein beeindruckendes Werk der Ingenieurkunst des 18. Jahrhunderts, das die vom Río Guadalevín durchflossene Tajo-Schlucht in 98 Metern Höhe überspannt und dabei die Altstadt (la Ciudad) mit der Neustadt (el Mercadillo) verbindet. Weitere herausragende Sehenswürdigkeiten sind die ausgezeichnet erhaltenen Arabischen Bäder (baños árabes) im heutigen Stadtviertel San Miguel, der Bogen Philipps V., das Mondragón-Haus, der Palast des Grafen von Salvatierra und die Basilika Santa María la Mayor.

Grazalema und Zahara de la Sierra
Kurz nach Ronda gelangen wir in die Sierra de Grazalema, ein Berggebiet mit Schluchten und Höhlen, in dem neben Korkeiche, Steineiche, Portugiesischer Eiche und dem Johannisbrotbaum auch die fast ausgestorbene Igeltanne (pinsepo) zu finden ist. Dazu kommen fast 1300 Arten von Farn- und Blütenpflanzen. Im 1984 zum Naturpark erklärten Gebiet leben Steinadler, Gänsegeier, Habichte und die Ginsterkatze.
Ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in diesem Gebiet ist die Ortschaft Grazalema, rund eine halbe Autostunde von Ronda entfernt. Es ist ein Bilderbuchdorf mit roten Ziegeldächern, das sich in eine Ecke unterhalb des «Peñon Grande» schmiegt. In der Ortsmitte liegt die hübsche Plaza de España, wo sich auch die Touristeninformation befindet. Gute Hotels, Landhäuser, Restaurants und Geschäfte mit regionaltypischem Kunsthandwerk machen das 2500 Einwohner zählende Dorf zu einem attraktiven Aufenthaltsort für ein verlängertes Wochenende.
Von Grazalema aus lohnt sich ein Abstecher nach Zahara de la Sierra. Allein schon die 18 Kilometer lange Fahrt über den 1331 m hohen «Puerto de las Palomas» ist ein besonderes Erlebnis. Zahara hat die wohl schönste Lage aller Dörfer der Sierra und gehört mit seinen engen Gassen mit Grazalema zusammen auch zu den schönsten des Naturparks. Die über dem Ort thronende arabische Festung kann besichtig werden und bietet einen fantastischen Ausblick auf das Dorf und den nahegelegenen Stausee.

Via Ubrique nach El Bosque
Zurück in Grazalema setzen wir unsere Fahrt auf der N374 Richtung Ubrique fort. Dieses Dorf liegt wie ein weisser Tupfer am Rand der Sierra de Grazalema. An seiner Hauptstrasse, der Avenida Solis Pascual verkaufen zahlreiche Geschäfte Lederwaren aus heimischer Produktion.
Von Ubrique führt die Route in nördlicher Richtung weiter nach El Bosque. Es liegt 33 Kilometer östlich von unserem Endziel Arcos de la Frontera und schmiegt sich in die hügelige Landschaft unterhalb der bewaldeten Sierra de Albarracín. In El Bosque befindet sich die Hauptinformationsstelle für den Grazalema-Naturpark. Das Besucherzentrum liegt am westlichen Dorfrand, etwas abseits der N 372. Sehenswert ist hier insbesondere der «Jardín Botánico El Castillo». Der Spaziergang durch die Gärten dauert etwa eine halbe Stunde.

Spektakuläre Lage: Arcos de la Frontera
Von El Bosque aus geht es dann westwärts via El Prado del Rey, Villamartin und am Stausee von Bornos entlang zu unserem Endziel Arcos de la Frontera. Von Osten herkommend zeigt sich das Städtchen dem Betrachter von seiner schönsten Seite. 160 Meter hoch über dem Río Guadalete kleben die weissen Häuser an der Felswand, aus dem Häusergewirr ragen die Türme der Kirchen empor. Arcos ist mit Bestimmtheit eines der schönsten «Weissen Dörfer» Andalusiens und seine Altstadt könnte nicht spektakulärer gelegen sein. Sie befindet sich auf einem hohen, uneinnehmbaren Felsrücken, von dem auf zwei Seiten eine nackte Felswand senkrecht in die Tiefe stürzt. Ihre labyrinthartigen Gassen beherbergen Renaissancebauten, gotische Kirchen und weiss getünchte Häuser.

Der Weg vom neueren, tiefer gelegenen Teil von Arcos hinauf in die Altstadt führt über den Paseo de Andalucía, den Paseo de los Boliches und die Calle Debajo del Corral zum Hauptplatz, der Plaza del Cabildo. Dort gibt es einen Aussichtspunkt (Mirador), der einen grossartigen Panoramablick auf den tief liegenden Fluss und die umgebende Landschaft ermöglicht. Der Platz ist gesäumt vom Castillo de los Duques, der Basilika Santa María und dem Parador «Casa del Corregidor», von dessen Terrasse aus sich ebenfalls ein herrlicher Ausblick bietet. Von der Plaza del Cabildo aus kommt man in östlicher Richtung an weiteren wunderschönen Gebäuden vorbei, etwa dem Convento de la Encarnacion, der Iglesia de San Pedro und dem Palacio Mayorazgo, ehe man zum Jardín Andalusi, einem im maurischen Stil angelegten Garten gelangt.

Distanzen
Ronda - Grazalema 27 km
Grazalema - Zahara 18 km
Grazalema - Ubrique 26 km
Ubrique - El Bosque 13 km
El Bosque - Arcos de la Frontera 33 km

Informationen im Internet
www.andalucia.org
www.cadiz-turismo.com
www.turismoderonda.es
www.grazalema.es
www.zaharadelasierra.es
www.ayto-elbosque.es
www.arcosdelafrontera.es
www.visitacostadelsol.com

Weitere Detailinformationen und Broschüren:
Spanisches Fremdenverkehrsamt
Seefeldstrasse 19
8008 Zürich
Tel. 044 253 60 50
zurich@tourspain.es
www.spanieninfo.ch