Mächtige Berge, prächtige Höhlen, wildes Meer
Eine grossartige Landschaft und ein breites kulturelles Angebot sind die Visitenkarten der nordspanischen Region Kantabrien. Unter den 37 geschützten Naturräumen befinden sich ein Nationalpark und sechs Naturparks. Dazu kommen 5000 kleinere und grössere prähistorische Höhlen, von denen zehn zum Unesco-Weltkulturerbe gehören.
Das Kantabrische Meer, die Küste und die Berge der Cordillera Cantabrica prägen die Landschaft dieser Region im «Grünen Spanien». Am 110 Kilometer langen Küstenstreifen finden wir 90 meist feinsandige Strände sowie viele historisch bedeutende und touristisch beliebte Städtchen. Von Ost nach West sind es Castro Urdiales, Laredo (mit seinen ausladenden Stränden), Santoña (mit seinen Sardinen- und Thunfischfabriken), Noja, Isla, Ajo, Suances, Comillas und San Vicente de la Barquera. Die Strände bieten ideale Bedingungen für jede Art von Wassersport. In den Bergregionen stehen dagegen Wandern, Klettern, Fischen und Abenteuersportarten im Vordergrund. Mit neun Plätzen ist in Kantabrien aber auch das Angebot für Golfer recht beachtlich.
Grossstadt mit Sandstrand
Im Zentrum – in einer herrlichen Bucht mit schönen Stränden – liegt die Haupt- und Hafenstadt Santander. Der Königspalast auf der Magdalena-Halbinsel beherbergt die Internationale Universität, die im Sommer Spanischkurse für ausländische Studenten anbietet. Alljährlich im August findet ein grosses Festival mit Opern-, Musik- und Ballettaufführungen statt. Nachtleben und Flanieren wird in der Fussgängerzone der Altstadt gross geschrieben, das Angebot an Bars, Restaurants und eleganten Geschäften ist riesig. Ein Naherholungsgebiet ist der Naturpark von Cabárceno, eine 700 Hektaren grosse, von 17 Kilometer Strassen und Wanderwegen durchzogene Karstlandschaft mit halbfrei lebenden einheimischen und exotischen Tieren. Santander ist aber auch idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Küstenstädtchen ost- und westwärts sowie in die Picos de Europa. Leicht erreichbar ist ebenfalls Santillana del Mar, ein einziges grosses Freilichtmuseum.
Nationalpark Picos de Europa
Rund 30 Kilometer hinter der Küste ragen die «Picos de Europa» bis gegen 2700 Meter auf. Sie sind Teil eines Nationalparks, der im Grenzgebiet von Kantabrien, Asturien und Kastilien-León liegt. Mit 2660 Metern ist der Peña Vieja der höchste Gipfel. Von San Vicente de la Barquera aus gelangt man durch eine rund 12 Kilometer lange, enge Schlucht ins Tal von Liébana und damit ins Herz der «Picos». Unterwegs lohnt sich ein Abstecher zur christlich-maurischen Kirche von Lebeña. Ein Muss ist zudem der Besuch des Klosters Santo Toribio de Liébana, wo nach der Überlieferung das «Lignum Crucis», das grösste bekannte Stück des Kreuzes Christi aufbewahrt wird. Das Kloster von Santo Toribio ist – neben Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela – einer der vier heiligen Orte der Welt.
In Fuente Dé (1078 m), der obersten Ortschaft im Tal, gibt es einen Parador und eine von der Berner Firma «Gangloff» erbaute Luftseilbahn zum «Mirador del Cable» (1834 m). Dort geniesst man eine wahrlich atemberaubende Aussicht, denn unter der Gitterterrasse geht es 750 Meter senkrecht in die Tiefe. Vom Mirador aus gibt es viele Wege auf denen man die reizvolle Natur der Picos erwandern oder mit dem Bike «erfahren» und sich unterwegs in Restaurants und Berghütten auch verpflegen kann.
Hier finden sich auch zwei Pilgerwege. Zum einen der Camino Lebaniego, der zum Kloster hinaufführt, zum andern der «Camino del Norte» des Jakobswegs, welcher vom Baskenland aus der Kantabrischen Küste entlang nach Galicien und schliesslich nach Santiago de Compostela führt.
Sport, Gesundheit und «Turismo rural»
Die 90 Strände der Kantabrischen Küste ziehen jedes Jahr viele in- und ausländische Sommerferiengäste an und bieten natürlich ideale Bedingungen für jede Art von Wassersport. In den Bergregionen stehen dagegen Wandern, Klettern, Fischen in den Wildbächen und Abenteuersportarten wie Canyoning und Rafting im Vordergrund. Mit neun Plätzen ist in Kantabrien aber auch das Angebot für Golfer recht beachtlich. Wen wunderts, ist doch Severiano Ballesteros, der beste spanische Golfspieler aller Zeiten, in der Nähe von Santander zu Hause. Bekannt ist Kantabrien ebenfalls für seine Thermalbäder. Sieben klassische Thermalstationen (Balnearios) befinden sich teilweise in der Nähe der Strände, ein Zentrum für Thalassotherapie mitten in Santander.
Die grossartige Natur macht Kantabrien zu einem privilegierten Ziel für den ländlichen Tourismus, einem Angebot, das insbesondere auch von den Spaniern selber rege genutzt wird. Über die ganze Region verstreut gibt es mehr als 500 Etablissements, die Unterkunft für Naturfreunde und Ruhesuchende anbieten. Abwechslungsreich wie die Natur ist auch die kantabrische Gastronomie. Frische Früchte und Gemüse kommen täglich auf den Tisch. Liebhaber von Fisch und Meeresfrüchten werden hier ebenso verwöhnt, wie diejenigen, die eher deftige Gerichte mit Geflügel, Fleisch, Wurst, Käse und Bohneneintöpfen bevorzugen. Während die Weine meist aus Galicien, Kastilien oder La Rioja stammen, wird der Traubenschnaps Orujo vor Ort gebrannt.
Die Höhlen von Altamira und El Soplao
Die zahlreichen Flüsse und Bäche, die sich von den Picos aus den Weg ans Meer suchten, bildeten hinter der Küste viele Höhlen, von denen zehn zum Unesco-Weltkulturerbe gehören. Besonders bekannt sind Altamira und El Soplao. Die Höhle von Altamira, in der Umgebung von Santillana del Mar gelegen, die mit ihren 15'000 Jahre alten farbigen Zeichnungen und Wandmalereien oft als die «Sixtinische Kapelle des Quartärs» bezeichnet wird, ist allerdings seit ein paar Jahren für die Öffentlichkeit nicht mehr zugänglich. Besucht werden kann aber seit 2001 ihre mit einem Aufwand von 20 Millionen Euro in einem Museum erstellte Kopie. Auch sie ist beeindruckend, richtiges Höhlenfeeling will sich aber nicht so recht einstellen.
Anders ist es bei der seit vier Jahren fürs Publikum zugänglichen Höhle von El Soplao. Hier sind es nicht Felsmalereien, sondern kunstvolle Gebilde aus Stalaktiten, Stalagmiten und in alle Richtungen wachsenden Heliktiten, die zu Tausenden Boden, Decke und Wände überziehen. Ungeahnte Farben und Formen leuchten im Licht der Scheinwerfer. Eigentlich grenzt es fast an ein Wunder, dass diese fantastische «Unterwelt» erhalten geblieben ist, denn bis ins Jahr 1978 wurde hier noch Zink und Eisen abgebaut, Förderanlagen und Luftschächte sind heute noch zu sehen. Eine Grubenbahn führt die Besucher der Cueva von El Soplao in wenigen Minuten 400 Meter ins Berginnere. In Gruppen werden sie zuerst in die «Galeria Gorda», den grössten Raum im 25 km langen Höhlensystem geführt, wo sich eine Märchenwelt eröffnet. Neben der «normalen» Besichtigung kann auch ein mehrstündiger Höhlentrip gebucht werden, der drei Kilometer ins Innere führt (Ausrüstung wir zur Verfügung gestellt).
Bruno Bernhard
Informationen im Internet
www.turismodecantabria.com
www.cantabriainfinitamar.es
www.turismoruralcantabria.com
www.ayto-santander.es
www.cuevasdecantabria.es
www.elsoplao.es
museodealtamira.mcu.es
www.picoseuropa.net
www.cantur.com
www.anbal.es
www.parador.es
www.clubcalidadcantabriainfinita.es
Weitere Informationen, Broschüren und Karten beim Spanischen Fremdenverkehrsamt, Seefeldstr.19, 8008 Zürich, Tel. 044 253 60 50, zurich@tourspain.es – Kantabrien erreicht man von der Schweiz aus mit dem Auto, der Bahn (via Bilbao) oder mit dem Flugzeug. Iberia fliegt Santander via Madrid oder Barcelona an.